Sonntag, 4. Mai 2014

Blue Hour

Momentan machen wir hier eigentlich alles spontan. Das Wetter ist nicht soo gut (es regnet auch gerade), deswegen konnten wir unseren eigentlichen Plan, auf einem Berg in der Nähe von Seoul wandern zu gehen, auch nicht in die Tat umsetzen. Also haben wir uns erstmal zum Shopping in Myeondong (명동) getroffen. Dort war es auch ziemlich voll und man konnte an jeder Ecke alles Mögliche kaufen. Myeondong ähnelte sehr den Shoppingdistrikten in Japan, wie Shibuya, allerdings ist hier das Werbeverhalten etwas gemäßigter. Aus den Lautsprechern tönt Technomusik, man fühlt sich schon ein bisschen wie auf einem Rave... In Myeondong sind wir auch noch in ein Hundecafe gegangen. Dort kann man wie in einem normalen Cafe auch Getränke usw. bestellen, allerdings laufen überall Hunde rum, von groß bis klein, ich glaube insgesamt waren es 26 Stück. Super für Hundeliebhaber, wenn man wollte, konnte man sich auch mit der Decke auf den Boden setzen und warten, bis ein Hund ankam und sich in den Schoß legte. Entsprechend viele Kinder waren auch dort.




Danach sind wir nach Namdaemun (남대문) in ein Straßenmarktviertel gefahren. Unfassbar, wie voll es dort war. Wir haben uns zwschendrin auch mal aus den Augen verloren, auf dem Markt war ein einnziges Gedränge. In Korea ist es auch völlig normal, sich bei jemandem durchzudrängeln oder jemanden beiseite zu stoßen, wenn man durch will. Ich bin noch zu nett und lasse zu viele Leute durch, deswegen bin ich langsamer unterwegs. Aber da das hier Normalität zu sein scheint, muss man sich dran gewöhnen. Ein wenig schade war, dass man wegen der vielen Leute kaum irgendwo anhalten konnte, um sich etwas genauer anzusehen, es war wie ein Strom von Menschen, der einen nach vorne gedrückt hat. Aber diese Marktstraßen waren schon sehr interessant, vor allem als ich gesehen habe, dass unter der Marktstraße noch eine zweite Marktstraße ist. Einfach so, als wäre der ganze Block noch einmal untertunnelt worden.

Am Abend sind wir dann (mit ein paar anderen Leuten, die Leute kannten, die Leute kannten) erstmal ein richtig gutes Samgyeopsal (삼겹살, gegrillter Schweinebauch) essen gewesen. In Korea ist es so, dass das Essen für alle ist, das heißt der Tisch wird voll gestellt mit allen möglichen Schälchen, Töpfen, usw. und jeder kann sich bedienen. Später sind wir dann nach Hongdae (홍대) mit ein paar anderen Leuten in eine Kneipe gegangen. Hongdae ist einer der Partydistrikte in Seoul, der eher studentisch orientiert ist. Er liegt in einem Viereck von Unis, also der perfekte Ort dafür. Wir haben die Nacht mit Bier, Pool und Darts verbracht und viele nette Leute kennen gelernt. Wir alle hatten keine Lust, mit ein Taxi zurück zu nehmen, also waren wir alle unterwegs, bis die erste U-Bahn fuhr (5:30). Da war es dann schon wieder hell... Aber durchaus witzig, die Blue Hour in Seoul mitzuerleben, es ist fast wie überall wo gefeiert wird. Müll, Besoffene, Schlafende, Verrückte..., was es nunmal so gibt. Definitiv eine lohnende Erfahrung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen