Montag, 12. Mai 2014

Kansai! 大阪・京都・大原 - Teil 1

Der Kurztrip nach Japan ging schon gut los. Am Check-In wurde uns gesagt, dass der Flieger zwei Stunden Verspätung hätte, weil der Hinflug nach Seoul aufgrund von wasweißichnicht verzögert wurde. Grundsätzlich hätte das ja kein Problem dargestellt, jedoch ist der Kansai International Airport ab 00:00 dicht. Die letzten Züge fahren 23:30 nach Osaka und die einzige Möglichkeit, die uns blieb, um vom Flughafen wegzukommen, war das Taxi. Für die 45km lange Strecke nach Osaka hätten wir beeindruckende 150 Euro bezahlen müssen. In Anbetracht der Kosten haben wir uns also dann doch entschieden, in der Nähe des Flughafens zu übernachten, allein um die Taxikosten zu drücken. Also übernachteten wir im Best Western und mussten nur 30 Euro für das Taxi bezahlen (o_o). Immerhin gab es da eine passable Aussicht.


Nach dem etwas holprigen Start in Japan haben wir uns am Hauptbahnhof in Osaka (大阪) mit Yuki und Nick getroffen. Die beiden hatten schon alles geplant, was wir an dem Wochenende machen würden, und das war echt super. Ich denke, so etwas hätte man nie gefunden, wenn man selbst danach gesucht hätte. Wir sind also dann nach Kyoto (京都) gefahren, um uns erstmal dort in der Stadt umzusehen, Zufällig haben wir dann auch die größte Tempelanlage gefunden und sie uns natürlich auch gleich angesehen. Allein dort zu sein, war unglaublich entspannend, verschiedene Gärten, blendendes Wetter, es spielte einiges zusammen. Was wir bis dahin noch nicht kannten, waren Tempelbücher. Diese Bücher sind wie ein Liporello aufgebaut und bestehen aus dickem Papier. In jeder Tempelanlage in (fast ganz) Japan gibt es Kalligrafen, die den Namen des Tempels kunstvoll in das Buch schreiben und mit den jeweilig zugehörigen Stempeln versehen. So kann man von jedem Tempel ein Andenken mitnehmen und sie auch sammeln. Jede Seite ist ein Einzelstück und wird von Hand in das Buch hineingeschrieben. Super!


Als wir genug von Kyoto hatten, fuhren wir nach Ohara (大原), wo wir in einem traditionellen japanischen Hotel - ryokan (旅館) übernachten wollten. In dem Hotel gab es sogar eine hauseigene heiße Quelle - Onsen (温泉), die wir benutzen konnten. Ohara liegt ziemlich abgeschieden in den Bergen um Kyoto und ist wirklich ein beschauliches Örtchen. In Ohara haben wir uns dann, bevor wir uns schon um 17:30 ans Abendessen machten, noch einige Tempelanlagen angeschaut. Anscheinend ist das Dörfchen touristisch recht attraktiv aufgrund der verschiedenenen gut erhaltenen und gepflegten Tempel. Auf jeden Fall haben wir einige Seiten für unser Buch bekommen können. Zum Abendessen gab es dann Miso - ähnlich wie die Misosuppe im Restaurant, nur dass wir einen riesigen Topf bekommen haben und dazu - zum darin zubereiten - einen riesigen Teller voller Gemüse und Beilagen. Äußerst lecker :). Nach dem Essen sind wir dann ins Onsen gegangen (es ist eigentlich wie ein Badehaus, nach Geschlechtern getrennt), wo wir erst einmal merkten, wie uns die Müdigkeit erwischte. Man sitzt in diesem heißen Wasser und kann sich mit Blick auf den dahinterliegenden grünen Wald sehr gut entspannen. Das reine natürlich Wasser war nur in einem kleinen Becken und hatte 28°C, wurde also nicht dem Onsen gerecht, deswegen gab es natürlich noch ein großes, heißes Becken. Nach dem Onsen haben wir uns die traditionellen Bademäntel angezogen und waren dann auch schon recht müde...
Das Ryokan in Ohara - Oharasansou (Bergresidenz von Ohara)

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