Das Unglück hat die Nation sehr tief getroffen. Jegliche größeren Festivals oder Feierlichkeiten in näherer Zeit sind abgesagt worden und das Fernsehprogramm wurde auf Nachrichtensendungen reduziert. Täglich kommen neue Berichte über die Bergung und sonstige auf das Unglück bezogene Nachrichten. Neuveröffentlichungen von Fernsehdramen oder Musikinterpreten, sowie Konzerte etc., sind rigoros abgesagt worden. Geschäftsleute tragen eine gelbe Schleife an ihren Anzügen als Symbol der Anteilnahme.
Die Farbe Gelb ist als Symbolfarbe für das Gedenken an die Opfer ausgewählt worden. An vielen Stellen in Seoul seiht man gelbe Bänder, auf denen Wünsche und Zeichen der Anteilnahme an die Opfer und die Hinterbliebenen geschrieben stehen. Sehr oft sieht man auch Gedenkschreine, die in Gelb gehalten sind. Der größte dieser Schreine war in der Nähe der Paradestraße bei der City Hall (siehe Bild). Die massive Anteilnahme der koreanischen Bevölkerung ist zwar sehr rührend, allerdings wirkt das ganze teilweise übertrieben. Das Unglück ist nunmehr über zwei, fast drei Wochen her und von Normalität kann nicht gesprochen werden. Die Frage, inwieweit die Kultur Koreas die Anteilnahme fortwährend bedingt, kann ich nicht beantworten. Viele Leute sagen, dass die Regierung, die hierzulande einen sehr starken Einfluss auf die Medien hat, diese Stimmung noch aufrechterhält, indem sie das Fernsehen usw. dahingehend reguliert. Doch es ist nicht an mir, das zu bewerten. Wer weiß, wie die Deutschen reagieren würden.
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